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Druckluftqualität: ISO 8573-1, EKAS-Richtlinie & Labor am Arbeitsplatz

Druckluftqualität: Labor, ISO 8573-1, EKAS-Richtlinie & Arbeitsplatz

Die Qualität der Druckluft ist ein entscheidender Faktor für viele industrielle Prozesse und Arbeitsplätze. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Druckluftqualität, die relevanten Normen wie ISO 8573-1 und die EKAS-Richtlinie, sowie die Rolle von Laboren bei der Überwachung und Sicherstellung der Druckluftqualität. Wir werden die verschiedenen Aspekte der Druckluft und ihre Auswirkungen auf unterschiedliche Branchen untersuchen.

Druckluft und ihre Bedeutung

Definition und Eigenschaften von Druckluft

Druckluft wird in vielfältigen Anwendungen eingesetzt, von der Steuerung von Ventilen bis zum Transport rieselfähiger Lebensmittel. Die vom Kompressor angesaugte Umgebungsluft enthält jedoch Verunreinigungen wie Mineralölaerosole, Kohlenwasserstoffdämpfe, Wasserdampf und Partikel. Während der Verdichtung können zusätzlich Schmieröl und Abriebteilchen aus dem Kompressor in die Druckluft gelangen. Diese Verunreinigungen in der Druckluft können zu vorzeitigem Verschleiss und Betriebsstörungen führen. Deshalb ist eine Luftaufbereitung erforderlich, um die Druckluft von Feststoffpartikeln, Wasser und Ölrückständen zu befreien. Die Reinheit der Druckluft ist somit entscheidend für die Effizienz und Lebensdauer der Anlagen.

Verwendung von Druckluft in verschiedenen Branchen

In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sind die Anforderungen an die Qualität der Druckluft besonders hoch. Die Druckluft muss entsprechend aufbereitet und die Qualität kontinuierlich überprüft werden. Beispiele für Anwendungen mit besonderen Anforderungen sind das Blasen von PET-Flaschen, die Siloeinlagerung von Rohstoffen, die Sauerstoffanreicherung von Glace und die Hefepropagation für die Gärung. Druckluft findet breite Anwendung in Branchen wie Bergbau, Fertigung, Textilherstellung und Lebensmittelverarbeitung. Die Qualität der Druckluft hat direkten Einfluss auf die Produktqualität und die Sicherheit der Prozesse.

Einfluss der Druckluftqualität auf Sicherheitsstandards

Sobald Druckluft direkt oder indirekt mit Lebens- und Arzneimitteln in Kontakt kommt, rückt die Qualität der Druckluft in den Fokus. Die Qualität der in industriellen Anwendungen verwendeten Druckluft hat einen direkten Einfluss auf den Arbeitsprozess, die eingesetzten Maschinen und die Produktqualität. Je sauberer die Druckluft ist, desto geringer ist das Risiko von Kontamination, Ausfällen und Qualitätsmängeln. Hohe Druckluftqualität ist in vielen Branchen wichtig, besonders aber in der Medizin. Bei der medizinischen Luftversorgung von Patienten muss die Luftreinheit zu 100 % garantiert sein. Auch die EKAS-Richtlinie betont die Bedeutung von Schutzmassnahmen zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit. Durch Schulung und konsequente Einhaltung der Standards können Berufskrankheiten vermieden werden.

ISO 8573-1 und Druckluftqualität

Überblick über die ISO 8573-1 Norm

Die ISO 8573-1 Norm ist ein wesentlicher Bestandteil der ISO 8573-Normenreihe, die sich mit «Compressed air» befasst und sowohl die Qualitätsanforderungen an die Druckluft als auch die anzuwendenden Prüfverfahren regelt. Diese internationale Norm, entwickelt von der Internationalen Organisation für Normung (ISO), legt die Messung von drei Hauptarten von Verunreinigungen in der Druckluft fest: Wasser, Öl und Feststoffpartikel. Gemäss ISO 8573-1 werden Druckluftkompressoren nach der Verdichtung in Reinheitsklassen eingeteilt, wodurch eine klare Vergleichbarkeit und Standardisierung gewährleistet wird. Die ISO 8573 Norm ist international anerkannt und definiert die wichtigsten Verunreinigungen in der Druckluft, um die Druckluftqualität sicherzustellen.

Parameter der Druckluftqualität gemäß ISO 8573-1

Die ISO 8573-1:2010 Norm beschreibt die Qualitätsklassen für Druckluft. Dabei werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, wie:

  • Partikel
  • Taupunkt/Wasser
  • Öl

Qualitätsklasse 0 bedeutet, dass die Luftqualität besser als Klasse 1 ist oder vom Anwender genauer zu spezifizieren ist. Die Qualitätsklasse 1 für Partikel definiert spezifische Partikelanzahlen pro m³ für verschiedene Grössenbereiche, während die Qualitätsklasse 1 für Taupunkt/Wasser einen Taupunkt von ≤ -70 °C vorschreibt. In Bezug auf Öl legt die Qualitätsklasse 1 einen Grenzwert von ≤ 0.01 mg/m³ für den Gesamtölgehalt fest. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmens, durch Risikoüberlegungen die Qualität der Druckluft für direkte oder indirekte Produktkontakte zu definieren.

Relevanz der Norm für Unternehmen in der Schweiz

Für Unternehmen in der Schweiz ist die Einhaltung der ISO 8573-1 Norm von grosser Bedeutung, insbesondere in Branchen wie der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Es empfiehlt sich, zusätzlich die VDMA-Einheitsdatenblätter 15390-1 und 15390-2 zu konsultieren, die eine Ergänzung zur ISO 8573 darstellen. Für Druckluft, die direkt mit Arznei- oder Lebensmitteln in Kontakt kommt, empfiehlt der VDMA die Einhaltung spezifischer Reinheitsklassen. Bei Prozessluft mit direktem Produktkontakt ist oft die Qualitätsklasse 2-2-1 ausreichend, während bei indirektem Produktkontakt meist die Klasse 2-4-2 genügt. Die Umsetzung dieser Massnahmen trägt zur Qualität der Druckluft und somit zur Sicherheit und Qualität der Endprodukte bei.

EKAS-Richtlinie und ihre Anwendung

Einführung in die EKAS-Richtlinie

Am 7. Juli 2022 hat die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) die Richtlinie 1871 „Labor“ verabschiedet, die sich an alle Betriebe in der Schweiz richtet, die Laboratorien planen, betreiben oder überwachen. Die EKAS-Richtlinie konkretisiert die Umsetzung gesetzlicher Vorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und basiert auf Gesetzen wie dem UVG und ArG. Ziel der Richtlinie ist es, die gesetzlichen Anforderungen in eine praktikable Form zu überführen und deren Umsetzung in Schweizer Laboren praxisnah zu gestalten, unabhängig davon, ob es sich um analytische, chemische, biologische, medizinische, physikalische oder präparative Labore handelt.

Integration der EKAS-Richtlinie in den Arbeitsalltag

Die EKAS-Richtlinie legt verbindlich fest, wie Arbeitsplätze im Labor sicher gestaltet werden müssen und wie Gefährdungen systematisch zu bewerten sind. Im Zentrum steht dabei die Festlegung von Schutzmassnahmen, die sich an verschiedenen Aspekten orientieren:

  • Art und Menge der eingesetzten Stoffe
  • Arbeitsprozesse sowie Raum- und Geräteinfrastruktur
  • Flucht- und Rettungswege

Darüber hinaus berücksichtigt das Laborkonzept Hygienevorgaben sowie die Lagerung und Entsorgung. Vor der Errichtung oder wesentlichen Änderung eines Labors ist eine umfassende Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

Vergleich zwischen EKAS-Richtlinie und ISO 8573-1

Die EKAS-Richtlinie konkretisiert gesetzliche Vorgaben und unterstützt Unternehmen dabei, diese verständlich in den Arbeitsalltag zu integrieren. Die ISO 8573-1 hingegen definiert die Reinheitsklassen für Druckluft bezüglich Partikel, Wasser und Öl. Die EKAS-Richtlinie legt den Fokus auf die Arbeitssicherheit und den Schutz der Mitarbeiter in Laboratorien, während die ISO 8573-1 sich auf die Qualität der Druckluft konzentriert. Schweizerische Unternehmen, die Druckluftanlagen betreiben, müssen beide Normen berücksichtigen, um sowohl die Qualität der Druckluft als auch die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Konsequente Schulung der Mitarbeiter ist unerlässlich.

Laboranalysen zur Druckluftqualität

Laborverfahren zur Messung der Druckluftqualität

Laboratorien wie Labor Veritas AG verfügen über das Equipment zur analytischen Verifizierung der Qualitätsklassen für die Lebensmittel-, Verpackungs- und Pharmaindustrie (Partikel, Taupunkt, Öl). Die Ölgehaltsbestimmung im Labor erfolgt unter akkreditierten Bedingungen. Die Messung des Ölgehalts erfolgt nach einem Labormessverfahren auf Basis der ISO 8573-2 und ISO 8573-5. Einige Methoden zur Messung der Verunreinigungen in der Druckluft erfordern Laboranalysen, die jedoch zeitverzögert sind und nur eine Momentaufnahme liefern. Die Probenahme kann bis zu sieben Tagen dauern.

Analyse von Gasen in Druckluftsystemen

Für spezielle Fragestellungen bieten Labore vergleichende GC/MS-Analysen an, um beispielsweise festzustellen, ob das an der Entnahmestelle austretende Öl mit dem im Kompressor befindlichen Öltyp identisch ist. Diese Analyse von Gasen in Druckluftsystemen kann Aufschluss über die Ursache von Kontaminationen und die Effizienz der Druckluftanlage geben. Durch die Identifizierung der Verunreinigungen in der Druckluft können gezielte Massnahmen zur Verbesserung der Druckluftqualität und zur Einhaltung der ISO 8573-1 eingeleitet werden. Kontinuierliche Messung und Analyse der Druckluft sind entscheidend.

Validierung von Laborergebnissen und deren Bedeutung

Bei erhöhten mikrobiologischen Anforderungen an die Druckluft kann Labor Veritas AG ebenfalls analytische Lösungen anbieten. Die Bestimmung der Partikelkonzentration und des Taupunktes erfolgt direkt während der Probenahme und dauert in der Regel 1 Stunde. Die Validierung der Laborergebnisse ist entscheidend, um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messungen sicherzustellen. Nur durch validierte Ergebnisse können Unternehmen die Qualität der Druckluft beurteilen und die notwendigen Schutzmassnahmen ergreifen. Auch die Einhaltung der EKAS-Richtlinie wird durch die Validierung unterstützt.

Schulung und Gefährdungsbeurteilung

Schulungsprogramme für Mitarbeiter

Um regulatorische Bestimmungen einzuhalten, wurde das Qualitätsmanagement-System mit den Vorgaben ISO 9001 und EN ISO 13485 eingeführt. Dementsprechend richtet sich auch die Schulung unseres Fachpersonals, wie auch das stetige Erneuern der Prüfgeräte und Betriebsmittel. Die konsequente Durchführung von Schulungen ist entscheidend, um das Verständnis für die Druckluftqualität und die damit verbundenen Gefahren zu schärfen. Die Mitarbeiterschulung umfasst die ISO 8573-1 Norm, die EKAS-Richtlinie und die Bedeutung der Einhaltung der Reinheitsklassen, um Kontamination zu vermeiden.

Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen

Vor der Errichtung oder wesentlichen Änderung eines Labors ist zwingend eine umfassende Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Diese erfasst alle relevanten Risiken – von der Lagerung und Verwendung von Gefahrstoffen über technische Prozesse bis hin zu ergonomischen und infrastrukturellen Aspekten. Die Gefährdungsbeurteilung ist ein integraler Bestandteil des Arbeitsschutzes und berücksichtigt die Qualität der Druckluft, um Arbeitsplatz-Risiken zu minimieren. Diese Beurteilung berücksichtigt sowohl die Anforderungen der ISO 8573 als auch die der SUVA.

Persönliche Schutzausrüstung im Zusammenhang mit Druckluft

In industriellen Umgebungen, in denen Druckluft verwendet wird, ist die persönliche Schutzausrüstung unerlässlich, um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten und Berufskrankheiten vorzubeugen. Hierzu gehören Gehörschutz, Schutzbrillen und gegebenenfalls Atemschutzmasken, insbesondere bei der Verwendung von Druckluft in kontaminierten Umgebungen. Die Einhaltung der EKAS-Richtlinie und die konsequente Anwendung der Schutzmassnahmen tragen dazu bei, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und Arbeitsunfälle zu vermeiden. Die Auswahl der richtigen Schutzausrüstung hängt von der spezifischen Anwendung und den potenziellen Verunreinigungen in der Druckluft ab.

Marktanalyse der Messdienstleistungen in der Schweiz

Überblick über Dienstleistungsanbieter

Das im Jahre 1994 gegründete Kleinunternehmen Werdna AG empfiehlt sich für hochwertige Versorgungsinstallationen in den Bereichen Medizinal- und Reinstgase, sowie für Druckluftanlagen und bedient dabei private Unternehmen, amtliche Institutionen, Spitäler und Kliniken. Labor Veritas AG verfügt über das nötige Equipment, um die Einhaltung der für die Lebensmittel-, Verpackungs- sowie Pharmaindustrie relevanten Qualitätsklassen analytisch zu verifizieren. CS INSTRUMENTS bietet maßgeschneiderte Lösungen für eine stationäre und mobile Überwachung. Diese Labore bieten Messungen gemäss ISO 8573-1 an.

Trends und Herausforderungen im Markt

Ein wesentlicher Trend im Markt für Druckluftqualitätsmessungen ist die steigende Nachfrage nach kontinuierlichen Überwachungssystemen, die es Unternehmen ermöglichen, die Qualität der Druckluft in Echtzeit zu überwachen und schnell auf Abweichungen zu reagieren. Eine Herausforderung besteht darin, die Probenahme und die Analysen präzise und zuverlässig durchzuführen, um valide Ergebnisse zu erhalten. Auch die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit den Messgeräten und der Interpretation der Daten ist von grosser Bedeutung, um Kontamination zu vermeiden.

Zukunftsperspektiven für Druckluftqualitätsmessungen

Die Zukunftsperspektiven für Druckluftqualitätsmessungen in der Schweiz sind vielversprechend, da die Anforderungen an die Qualität der Druckluft in vielen Branchen weiter steigen. Die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung in industriellen Prozessen erfordern eine präzise und zuverlässige Überwachung der Druckluftqualität, um die Effizienz und Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten. Die Entwicklung neuer Messmethoden und Technologien wird es ermöglichen, die Verunreinigungen in der Druckluft noch genauer zu analysieren und die Qualität der Druckluft zu optimieren.

Die Kosten für Untersuchungen richten sich nach dem jeweiligen Labor, das die Analysen durchführt. Im Folgenden sind die aktuellen Preisangaben für das Jahr 2026 aufgeführt, bereitgestellt vom MQV LABOR – einem in Sachsen (Deutschland) ansässigen Prüflabor, das seine Messdienstleistungen ebenfalls in der Schweiz anbietet.

Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 1 MessstelleCHF 3700
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 2 MessstellenCHF 4100
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 3 MessstellenCHF 4450
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 4 MessstellenCHF 4800
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 5 MessstellenCHF 5000
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 6 MessstellenCHF 5250
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 7 MessstellenCHF 5500
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 1 MessstelleCHF 4620
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 2 MessstellenCHF 5050
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 3 MessstellenCHF 5500
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 4 MessstellenCHF 6000
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 5 MessstellenCHF 6500
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 6 MessstellenCHF 6900
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 7 MessstellenCHF 7500