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Druckluftqualität: Taupunkt & Feuchtigkeit im Labor messen

Die Sicherstellung der Druckluftqualität ist in vielen Industrien von entscheidender Bedeutung. Eine präzise Messung von Taupunkt und Feuchtigkeit ist unerlässlich, um die Qualität der Druckluft zu gewährleisten und kostspielige Schäden zu vermeiden. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Druckluftqualität, insbesondere im Hinblick auf Feuchtigkeit und Taupunkt, und gibt einen Überblick über relevante Normen und Messmethoden.

Einführung in die Druckluftqualität

Definition der Druckluftqualität

Die Druckluftqualität beschreibt die Reinheit und Beschaffenheit der Druckluft hinsichtlich verschiedener Verunreinigungen. Druckluft findet breite Anwendung, von der Steuerung von Ventilen bis zum Transport von rieselfähigen Gütern. Besonders kritisch wird die Qualität der Druckluft, wenn sie in direkten oder indirekten Kontakt mit Lebensmitteln oder Arzneimitteln kommt. Die vom Kompressor angesaugte Umgebungsluft enthält von Natur aus Verunreinigungen wie Mineralölaerosole, Kohlenwasserstoffdämpfe, Wasserdampf und Partikel. Während des Verdichtungsprozesses können zusätzlich Schmieröl und Abriebteilchen aus dem Kompressor in die Druckluft gelangen, was die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überwachung und Aufbereitung unterstreicht.

Wichtigkeit der Feuchtigkeit in der Druckluft

Feuchtigkeit in der Druckluft, also Wasser in der Druckluft, kann in Druckluftsystemen erhebliche Probleme verursachen. Die Feuchtigkeit in der Druckluft führt zu Korrosion in den Leitungen und Anlagen und beeinträchtigt die Funktion pneumatischer Systeme. Unzureichende Druckluftqualität ist eine Hauptursache für Ausfälle in Druckluftsystemen. Daher ist es essenziell, die Luft effektiv zu entfeuchten und den Taupunkt im Auge zu behalten. Durch die Überwachung des Taupunkts und die Einhaltung definierter Grenzwerte können Ineffizienzen und unnötige Störungen vermieden werden. Ein zu hoher Feuchtigkeitsgehalt führt zur Kondensation, was wiederum die Lebensdauer von Druckluftanlagen verkürzt und die Produktionsprozesse gefährdet.

Überblick über die relevanten Standards (ISO 8573)

Die ISO 8573 Normenreihe «Compressed air» regelt die Qualitätsanforderungen an Druckluft und die anzuwendenden Prüfverfahren. ISO 8573 ist international anerkannt und unterstützt die genaue Prüfung von Verunreinigungen. Die Norm besteht aus verschiedenen Teilen, die sich auf spezifische Aspekte der Druckluftqualität konzentrieren, wie in der folgenden Tabelle dargestellt:

AspektRelevante ISO 8573 Norm
Verunreinigungen und ReinheitsklassenISO 8573-1
Prüfverfahren für den Öl-AerosolgehaltISO 8573-2
Messung der LuftfeuchtigkeitISO 8573-3
Gehalt an festen PartikelnISO 8573-4
Öl-Dampf- und organischen LösungsmittelgehaltISO 8573-5
Gasförmige SchadstoffeISO 8573-6
Lebensfähige mikrobiologische KontaminationenISO 8573-7
Feststoffpartikelgehalt nach MassenkonzentrationISO 8573-8
FlüssigwassergehaltISO 8573-9

ISO 8573 definiert die wichtigsten Verunreinigungen in Druckluft, darunter Partikel, Wasser, Öl, mikrobiologische Verunreinigungen und Gase.

Der Taupunktsensor und seine Funktionsweise

Was ist ein Taupunktsensor?

Zur Ermittlung des Taupunkts der Luft wird ein Taupunktsensor verwendet. In der Drucklufttechnik wird er als Drucktaupunktsensor bezeichnet, da er den Drucktaupunkt der Druckluft bestimmt. Der Taupunktsensor ist ein entscheidendes Messgerät, um die Feuchtigkeit in der Druckluft zu überwachen und die Druckluftqualität sicherzustellen. In industriellen Anwendungen, insbesondere in der Pharmaindustrie und Lebensmittelindustrie, ist die genaue Bestimmung des Taupunkts unerlässlich, um die Einhaltung der Qualitätsstandards zu gewährleisten. Ohne die Überwachung des Taupunkts kann es zu unkontrollierter Kondensation und damit zu Korrosion in den Druckluftsystemen kommen.

Typen von Taupunktsensoren

Es gibt verschiedene Typen von Taupunktsensoren, die je nach Anwendungsbereich und Genauigkeitsanforderungen eingesetzt werden. Häufige Typen sind gekühlte Spiegelhygrometer, kapazitive Sensoren aus Aluminiumoxid und kapazitive Polymersensoren. Diese Taupunktsensoren unterscheiden sich unter anderem wie folgt:

SensortypEigenschaften
Gekühltes SpiegelhygrometerSehr hohe Genauigkeit
Kapazitive SensorenRobuster und kostengünstiger

Die Wahl des richtigen Taupunktsensors hängt stark von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Druckluftsystems ab. Für die Überwachung des Drucktaupunkts in Druckluftnetzen sind kapazitive Sensoren weit verbreitet.

Wie funktioniert ein Taupunktsensor?

Der Taupunktsensor arbeitet nach dem Prinzip der Kondensation. Die Luft wird über den Sensor geleitet und bis zum Erreichen des Taupunkts abgekühlt. Sobald der Taupunkt erreicht ist, kondensiert der Wasserdampf und der Sensor erfasst die Temperatur. Aus dieser Temperatur kann der Taupunkt berechnet werden. Kapazitive Sensoren aus Aluminiumoxid verwenden eine dünne Metalloxidschicht, die Wasserdampf absorbiert. Wenn Feuchtigkeit in die Oxidschicht eindringt, ändert sich ihre Dielektrizitätskonstante, wodurch sich die Kapazität des Sensors ändert. Polymersensoren bieten schnelle Ansprechzeiten und werden häufig in HLK- und meteorologischen Anwendungen eingesetzt, sind aber unter extremen Bedingungen weniger langlebig. Eine genaue Messung der Restfeuchte ist besonders wichtig, um Korrosion und das Wachstum von Keimen in Druckluftanlagen zu verhindern. Moderne Taupunktsensoren können die Luft kontinuierlich überwachen und bei Überschreitung definierter Grenzwerte einen Alarm auslösen, was eine rechtzeitige Massnahme ermöglicht.

Messung der Feuchtigkeit in der Druckluft

Methoden zur Feuchtigkeitsmessung

Die Messung der Feuchtigkeit in der Druckluft ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Druckluftqualität. Gemäss ISO 8573-3 werden verschiedene Prüfverfahren zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit eingesetzt. Eine der am häufigsten verwendeten Methoden ist die elektrische Messung, die auf Sensoren basiert, welche die Kapazitätsänderung bei unterschiedlichen Luftfeuchtigkeiten messen. Diese Sensoren bieten einen grossen Messbereich mit hoher Genauigkeit und Wiederholbarkeit. Im Labor werden diese Messungen oft durchgeführt, um die Leistung von Druckluftsystemen zu überwachen und sicherzustellen, dass die Druckluftanlage die geforderten Parameter einhält. Die Messung der Luftfeuchtigkeit ist besonders wichtig, um Korrosion und andere Probleme in Druckluftsystemen zu vermeiden.

Einfluss der Restfeuchte auf die Druckluftqualität

Die Restfeuchte in der Druckluft hat einen wesentlichen Einfluss auf die Druckluftqualität. Zu hohe Feuchtigkeit kann zu Korrosion in den Leitungen und anderen Komponenten der Druckluftanlage führen. Darüber hinaus kann die Restfeuchte das Wachstum von Keimen fördern, was insbesondere in sensiblen Bereichen wie der Pharmaindustrie und der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie problematisch ist. Um diese Risiken zu minimieren, ist eine kontinuierliche Überwachung des Taupunkts und der Feuchtigkeit unerlässlich. Die Verwendung von Filtern und Trocknern kann helfen, die Feuchtigkeit in der Druckluft zu reduzieren und die Effizienz des gesamten Druckluftsystems zu verbessern. Eine unzureichende Druckluftqualität kann zu teuren Ausfällen und Produktionsunterbrechungen führen.

Verwendung von Taupunktsensoren zur Feuchtigkeitsmessung

Taupunktsensoren spielen eine zentrale Rolle bei der Überwachung der Feuchtigkeit in Druckluftsystemen. Diese Sensoren ermöglichen die kontinuierliche Messung des Drucktaupunkts, wodurch der Wassergehalt in der Druckluft überwacht und kontrolliert werden kann. Durch den Einsatz von Taupunktsensoren kann sichergestellt werden, dass die Druckluft die geforderten Qualitätsstandards einhält. Beispielsweise misst der FA 510 den Drucktaupunkt bis -80°Ctd. Die Überwachung des Taupunkts ist besonders wichtig, um das Risiko von Kondensation und Korrosion zu minimieren. Moderne Taupunktsensoren können bei Überschreitung definierter Grenzwerte einen Alarm auslösen, was eine rechtzeitige Massnahme ermöglicht, um Schäden an der Druckluftanlage zu verhindern. Die genaue Messung des Taupunkts trägt zur Effizienz und Lebensdauer von Druckluftsystemen bei.

Laboranwendungen und -anforderungen

Feuchtigkeit in pharmazeutischen Anwendungen

In der Pharmaindustrie spielt die Kontrolle der Feuchtigkeit eine entscheidende Rolle, da viele pharmazeutische Produkte und Prozesse empfindlich auf Wasserdampf reagieren. Insbesondere bei der Herstellung von Brausetabletten, die sehr anfällig für Feuchtigkeit sind, ist eine genaue Messung und Regelung der Feuchtigkeit unerlässlich. Pharmatronic AG setzt hier spezielle Messmittel wie Feuchtegeneratoren ein, die ab 10% relativer Feuchtigkeit zertifiziert sind. Für Messungen unter 10% bis hinunter zu 0.5% relativer Feuchtigkeit werden Granulate verwendet, um die Messgenauigkeit zu gewährleisten. Eine zu hohe Feuchtigkeit kann die Qualität der Arzneimittel beeinträchtigen und zu unerwünschten Reaktionen führen.

Laboranforderungen an die Druckluftqualität

Die Anforderungen an die Druckluftqualität variieren je nach Anwendungsbereich im Labor. In Bereichen wie der Halbleiterfertigung, der Pharmaindustrie, der Laborautomation und der Verpackungsindustrie sind oft besonders saubere und trockene Druckluft mit niedrigen Taupunkten von -20 °C bis -60 °C erforderlich. Die Labor Veritas AG verfügt über die notwendige Ausrüstung, um die Einhaltung der relevanten Qualitätsklassen für die Lebensmittel-, Verpackungs- und Pharmaindustrie analytisch zu verifizieren. Die Einhaltung der Spezifikationen gemäss ISO 8573 ist hier von grosser Bedeutung. Eine unzureichende Druckluftqualität kann zu Verunreinigungen und Beeinträchtigungen der Prozesse führen.

Best Practices für die Messung im Labor

Für eine zuverlässige Messung der Druckluftqualität im Labor sind bestimmte Best Practices zu beachten. Die Bestimmung der Partikelkonzentration und des Taupunkts erfolgt idealerweise direkt während der Probenahme, wobei die Messung in der Regel etwa eine Stunde dauert. Für die Bestimmung des Ölgehalts muss, abhängig von der erwarteten Klasse, eine Probenahmezeit von bis zu sieben Tagen eingeplant werden. Die eigentliche Messung des Ölgehalts erfolgt dann anhand eines Labormessverfahrens, das auf den Grundlagen der ISO 8573-2 und ISO 8573-5 entwickelt wurde. Durch die Einhaltung dieser Verfahren kann eine hohe Messgenauigkeit und Reproduzierbarkeit gewährleistet werden.

Marktanalyse der Messdienstleistungen in der Schweiz

Unternehmen, die Messdienstleistungen anbieten

In der Schweiz gibt es verschiedene Unternehmen, die Messdienstleistungen im Bereich der Druckluftqualität anbieten. Pharmatronic AG hat beispielsweise zahlreiche Kunden von der Konzeption kritischer Gas- und Druckluftversorgungen bis hin zur Re-Qualifizierung und Qualitätsreviews von Infrastruktursystemen betreut. Diese Unternehmen unterstützen Labore und industrielle Betriebe bei der Einhaltung der Qualitätsstandards und der Optimierung ihrer Druckluftsysteme. Die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen ist hoch, da die Bedeutung der Druckluftqualität in vielen Branchen stetig zunimmt. Eine regelmässige Überwachung und Wartung der Druckluftanlage ist unerlässlich, um die Effizienz zu gewährleisten.

Der Preis der Untersuchungen hängt vom Labor ab, das die Messungen durchführt. Nachfolgend die aktuellen Preise für das Jahr 2026, angeboten vom Labor MQV LABOR (ein Labor mit Sitz in Deutschland in Sachsen, das jedoch auch Messungen in der Schweiz durchführt).

Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 1 MessstelleCHF 3700
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 2 MessstellenCHF 4100
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 3 MessstellenCHF 4450
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 4 MessstellenCHF 4800
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 5 MessstellenCHF 5000
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 6 MessstellenCHF 5250
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol; 7 MessstellenCHF 5500
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 1 MessstelleCHF 4620
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 2 MessstellenCHF 5050
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 3 MessstellenCHF 5500
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 4 MessstellenCHF 6000
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 5 MessstellenCHF 6500
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 6 MessstellenCHF 6900
Partikelanzahl, Drucktaupunkt, Ölaerosol, Mikrobiologie; 7 MessstellenCHF 7500

Trends und Entwicklungen im Bereich Druckluftqualität

Ein wichtiger Trend im Bereich der Druckluftqualität ist der Einsatz moderner Messsysteme für Online-Messungen. Diese Systeme, wie beispielsweise solche, die auf PID-Sensortechnologien basieren, ermöglichen eine kontinuierliche Anzeige der Druckluftqualität und geben Hinweise auf Spitzenverschmutzungen. Solche Systeme sind besonders nützlich, um frühzeitig Massnahmen ergreifen zu können und die Einhaltung der Grenzwerte sicherzustellen. Die kontinuierliche Überwachung der Druckluftqualität ist ein wichtiger Faktor für die Effizienz und Zuverlässigkeit von industriellen Prozessen. Durch die kontinuierliche Messung der Feuchtigkeit und des Taupunkts kann sichergestellt werden, dass die Druckluftanlage optimal funktioniert.

Herausforderungen und Chancen für Unternehmen

Eine der grössten Herausforderungen für Unternehmen im Bereich der Druckluftqualität ist die Definition der optimalen Druckluftqualität für die jeweiligen Anwendungen. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmens, anhand von Risikoüberlegungen die Qualität der Druckluft für die entsprechenden Kontakte zu definieren. Gleichzeitig bietet dies auch Chancen, durch die Optimierung der Druckluftqualität die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Die Einhaltung der ISO 8573 ist ein wichtiger Faktor, um die Druckluftqualität sicherzustellen. Durch die kontinuierliche Überwachung und Wartung der Druckluftanlage können Unternehmen die Lebensdauer ihrer Systeme verlängern und Ausfälle vermeiden.